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Lesen leichter gemacht

12.03.2014
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Von Nicole Schuster / Die Hashimoto-Thyreoiditis ist eine Autoimmunkrankheit, die sich als chronische Entzündung der Schilddrüse äußert. Bei zunehmender Schädigung führt dies zu einer Unterfunktion und der Hormonmangel muss medikamentös ausgeglichen werden. Besondere Vorsicht gilt in der Schwangerschaft.

Bei der Hashimoto-Thyreoiditis, auch als Autoimmunthyreoiditis bezeichnet, wird die Schilddrüse durch Antikörper angegriffen, wodurch diese entzündet ist. Die Ursachen für die nach dem japanischen Arzt und Erstbeschreiber Hakaru Hashimoto benannten Krankheit sind nicht genau bekannt. Wissenschaftler vermuten eine Kombination aus genetischer Prädisposition und Einflüssen aus der Umwelt. »Als Auslöser könnten bakterielle oder virale Infektionen fungieren, die das Immunstem durcheinander bringen. In der Folge richtet es sich gegen körpereigene Gewebe, etwa das der Schilddrüse«, berichtet Professor Dr. Matthias M. Weber, Sprecher der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) und Leiter der Abteilung für Endokrinologie und Stoffwechselkrankheiten an der Universitätsmedizin der Johannes-­Gutenberg-Universität in Mainz, gegenüber der Pharmazeutischen Zeitung. Weiterhin werden Stress und eine Iod­überversorgung als auslösende Faktoren diskutiert. Die Hashimoto-Thyreoiditis fällt oft mit anderen Autoimmunkrankheiten wie Diabetes mellitus Typ I, Morbus Addison oder der Weißfleckenkrankheit (Vitiligo) zusammen.

 

Symptome können an die Wechseljahre erinnern

In Deutschland sind Schätzungen zufolge etwa acht Millionen Menschen von dieser häufigsten Form der Schilddrüsenentzündung betroffen, wobei Frauen Experten zufolge bis zu 90 Prozent der Patienten ausmachen. Die meisten erkranken zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr, beim weiblichen Geschlecht beginnt die Krankheit oft mit den Wechseljahren. Die Hashimoto-Thyreoiditis gilt als häufigste Ursache einer Schilddrüsenunterfunktion. Das Organ bildet zu geringe Mengen der Schilddrüsenhormone Tetraiodthyronin (T4) und Triiodthyronin (T3, siehe Kasten).

 

Anfangs eine Überfunktion

 

Zu Krankheitsbeginn können sich allerdings in Einzelfällen Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) zeigen. Diese entstehen, weil das entzündete Follikelgewebe zugrunde geht, wodurch die darin gespeicherten Hormone schlagartig freigesetzt werden. Sind die Vorräte erschöpft und ist die geschädigte Drüse nicht mehr in der Lage, ausreichend neue Hormone herzustellen, entsteht ein Mangel im Körper. Die Folgen einer solchen Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) machen sich sowohl körperlich als auch psychisch bemerkbar. Häufig treten eine Gewichtszunahme, Obstipation, Müdigkeit, Antriebslosigkeit, trockenes Haar und trockene Haut, Haarausfall, Frieren und eine depressive Stimmungslage auf. Patienten klagen mitunter auch über Heiserkeit, Schwellungen an den Extremitäten und einen niedrigen Puls. Bei vielen Frauen im gebärfähigen Alter gerät der Zyklus durcheinander und ein möglicher Kinderwunsch kann unerfüllt bleiben.

 

Häufig ein Zufallsbefund

 

Ärzte entdecken die Schilddrüsen­erkrankung oft zufällig. »Da die entzündlichen Veränderungen schmerzfrei verlaufen, bemerken Patienten sie nicht direkt«, berichtet der Experte von der DGE. Frauen in einem Alter, in dem wechseljahresbedingt Beschwerden wie eine Gewichtszunahme, depressive Stimmungslage oder Müdigkeit auftreten können, denken zudem bei entsprechenden Symptomen oft nicht an die Schilddrüse. Aufschluss darüber, ob mit dem Organ alles stimmt, gibt eine Blutuntersuchung. Die Werte an freiem T3 und T4 bewegen sich allerdings vor allem zu Beginn der Erkrankung noch im Normalbereich. Ein besserer Indikator für die aktuelle Hormonsituation im Körper ist der Spiegel des Thyreoidea Stimulierenden Hormons (TSH), das die Freisetzung von T3 und T4 steuert. Die Hypophyse schüttet das Hormon verstärkt aus, wenn zu wenig Schilddrüsenhormone im Blut sind.

Von Maria Pues / Leichte Sprache ermöglicht es Menschen mit Lernschwierigkeiten, sich eigenständig zu informieren. Doch nicht nur sie profitieren von der abgespeckten Variante der sogenannten schweren Sprache. Texte in leichter Sprache sind auch für Menschen mit Demenz oder Hörgeschädigte besser verständlich.

Die Schilddrüse

Das schmetterlingsförmige Organ unterhalb des Kehlkopfes umschließt mit seinen zwei Drüsenlappen die Luftröhre. Um die lebenswichtigen Hormone Tetraiodthyronin (Thyroxin, T4) und Triiodthyronin (T3) zu bilden, benötigt die Schilddrüse das Spurenelement Iod. Auf Vorrat produzierte Botenstoffe speichert sie in ihren Follikeln. Die Freisetzung da­raus steuert das Thyreoidea Stimulierende Hormon (TSH) aus der Hypophyse. Im Blut liegen T3 und T4 zum größten Teil proteingebunden vor. Nur etwa 1 Prozent der Hormone ist in der funktionsfähigen, freien Form (fT3 und fT4) vorhanden. T3, das außerhalb der Schilddrüse durch enzymatische Umwandlung aus T4 entsteht, ist um ein Vielfaches stärker wirksam als T3. Die Hormone regeln unter anderem den Stoffwechsel, fördern die körperliche Entwicklung und beeinflussen die Psyche.

Leichte Sprache ist gar nicht so leicht – zumindest, wenn man als gelernter »Schwersprachler« versucht, einen entsprechend »leichten« Text zu verfassen. Dies erfordere einige Übung und könne sich daher als sehr zeitraubend erweisen, denn auch leichte Sprache hat ihre Regeln, berichtet Gisela Holtz im Gespräch mit der Pharmazeutischen Zeitung. Die gelernte Übersetzerin für Russisch überträgt Texte aus normal-schwerem Deutsch in die leichte Sprache und gehört dem Verein »Netzwerk Leichte Sprache« an.

Entwickelt wurde die Sprache für Menschen mit Lernschwierigkeiten. Zunächst gab es sie im englischen Sprachraum, in der sie »Easy-to-Read« heißt. Den federführenden US-amerikanischen Selbsthilfeverband für Menschen mit Behinderung, »People First«, gibt es seit über 40 Jahren. »Mensch zuerst – Netzwerk People First Deutschland e. V.« heißt sein deutscher Zweig. Dass Menschen mit Lernschwierigkeiten viel mehr lernen können, als man ihnen bisher häufig zugetraut hat und vielfach noch zutraut, beweisen diese immer wieder – wenn man sie lässt. Vielen Menschen mit Lernschwierigkeiten fällt es jedoch schwer, sogenannte normal-schwere Texte zu lesen und deren Sinn zu erfassen. Bei mündlichen Erklärungen und bei Texten in leichter Sprache ist dies vielfach anders.

 

Leseschwäche mit gesundheitlichen Folgen

 

Rund 300.000 Menschen mit Lernschwierigkeiten leben in Deutschland. Die ältesten sind – infolge der Tötung behinderter Menschen während der Nazi-Zeit – gut 70 Jahre alt. Menschen mit Lernschwierigkeiten seien nicht dumm, betonte Holtz, und viele möchten sich selbstständig über Dinge informieren, für die sie sich interessieren.Auch Informationen zur eigenen Gesundheit können dazugehören. Apotheker wissen, dass manche Patienten ihre Arzneimittel nicht sachgerecht anwenden. Da werden Zäpfchen geschluckt, Gelatinekapseln mit ätherischen Ölen gegen Bronchitis rektal angewendet oder Brausetabletten reklamiert: Die könne man doch wirklich nicht schlucken, denn sie seien viel zu groß. Außerdem schäumten sie auch ganz fürchterlich. Nicht immer ist die kleine Schriftgröße im Beipackzettel oder die verlegte Brille der Verursacher solcher Missgeschicke, die ernste Folgen haben können.

7,5 Millionen funktionale Analphabeten

 

Rund 15 Prozent der arbeitenden Bevölkerung in Deutschland gelten als funktionale Analphabeten (siehe Kasten). So hat die Level-One-Studie der Universität Hamburg gezeigt, dass über 2,3 Millionen Menschen in Deutschland nur einzelne Wörter lesen können. Weitere 5,2 Millionen können zwar einzelne Sätze, aber keine ganzen Texte lesen.

Apotheker wissen auch, dass es etliche Tabu-Themen gibt, über die Patienten allenfalls mit Überwindung sprechen möchten: Wie verhüte ich richtig, oder was tun bei Pilzkrankheiten? Bei Menschen mit Lernbehinderung sind die ersten Ansprechpartner hier oft Angehörige.

 

Auch diese scheuen sich zuweilen, über Tabu-Themen zu sprechen. Nicht zuletzt das Thema Menschen mit geistiger Behinderung und Partnerschaft gehört dazu. Wer nicht gut lesen kann, dem bleibt das Internet hier als Informationsquelle verschlossen, denn die Texte dort sind oft zu kompliziert. Bei wichtigen persönlichen und intimen Fragen – auch zur eigenen Gesundheit – bleiben Menschen mit Lernschwierigkeiten doppelt auf der Strecke.

 

»Es profitieren aber noch weitere Gruppen von den Informationen in Leichter Sprache«, erläuterte Holtz. Ältere Menschen mit Demenzerkrankungen und Menschen mit Migrationshintergrund könnten diese Texte besser lesen und sich so ohne fremde Unterstützung Informationen beschaffen. Auch für Menschen mit Hörschädigung sind sie meist besser verständlich. Denn ihre Muttersprache ist nicht die deutsche Laut-, sondern die Gebärdensprache.

Analphabetismus

Lesen zu können ist heute wichtiger denn je. Verbraucher und Patienten sind heute viel mehr als früher darauf angewiesen, sich Informationen in schriftlicher Form zu beschaffen, da unmittelbare Ansprechpartner fehlen. Wer E-Mail und SMS nicht nutzen kann, bleibt schnell außen vor. Lesefähigkeit und Analphabetismus messen sich daran, ob und inwieweit die Fähigkeiten ausreichen, im alltäglichen Leben zurechtzukommen.

 

Wissenschaftler unterscheiden verschiedene Arten:

 

  • primären Analphabetismus: Betroffene haben nie Schreiben und Lesen gelernt,
  • sekundären Analphabetismus: Betroffene haben ihre Lese- und Schreibfähigkeiten wieder verlernt,
  • Semi-Analphabetismus: Betroffene können lesen, aber nicht schreiben,
  • Funktionaler Analphabetismus: Betroffene haben geringe Lese- und Schreibfähigkeiten; diese reichen aber nicht aus, um den Alltag zu bewältigen.

Über 40 Regeln gibt es für leichte Sprache. Sie gelten nicht nur in Deutschland, sondern zum großen Teil in ganz Europa. Sie geben vor, wie Sachverhalte formuliert und Texte optisch gestaltet werden müssen, um offiziellen Anforderungen zu genügen. Sätze sind nach dem Schema Subjekt-Prädikat-Objekt gebaut, Einschübe und Nebensätze gilt es zu vermeiden. Fremdwörter werden durch einfache deutsche Wörter ersetzt, lange Wörter durch Bindestriche getrennt. Die Sätze sollten im Aktiv formuliert sein, ohne Verneinungen und ohne Konjunktiv. Der Genitiv wird durch den Dativ ersetzt. Bildhafte Sprache wird vermieden, da sie häufig fälschlich wörtlich verstanden wird. Also nicht: »Man hat vor der Apotheke schon Pferde kotzen sehen«, sondern »Manchmal passieren Dinge. Die sind unglaublich.«

 

Auch das Schriftbild wirkt sich auf die Lesbarkeit von Texten aus. Während üblicherweise Serifen-Schriften das Lesen erleichtern, weil sie sich der Schreibschrift annähern, gilt für Texte in leichter Sprache das Gegenteil: Sie verwenden Serifen-freie Schriften, also beispielsweise Arial statt Times New Roman. Auch Kursivschriften und durchgehende Großbuchstaben erschweren das Lesen, da sie Betroffenen das Gefühl vermitteln, die Buchstaben liefen ineinander. Der Zeilenabstand sollte weit (etwa 1,5) und der Text großzügig gegliedert sein. Erläuternde Illustrationen erleichtern das Textverständnis. Und: Eine Prüfung jedes einzelnen Textes gehört dazu, damit ein Text das Logo der leichten Sprache tragen darf. Diese Prüfung erfolgt durch Menschen mit Lernschwierigkeiten. Erst wenn sie einen Text für»leicht genug«, befinden, ist er es auch. Dabei habe sich aber ein unerwartetes Problem gezeigt, berichtete Holtz: »Einige Prüfer haben inzwischen fast zu viel Übung im Lesen, um noch als Prüfer fungieren zu können.« /

 

Zwei Texte – eine Aussage

Schwere Sprache

 

Leichte Sprache ist eine Form der schriftlichen und mündlichen Kommunikation, die vor allem für und gemeinsam mit Menschen mit Lernschwierigkeiten entwickelt wurde. Da die Bezeichnung »geistig behindert« von vielen Menschen häufig als diskriminierend empfunden wird, sprechen wir von Menschen mit Lernschwierigkeiten. Bei leichter Sprache geht es darum, dass Texte und Sprache einfach zu verstehen sind. Zum Beispiel indem man kurze Sätze schreibt, auf Fremdwörter verzichtet und Inhalte sinnvoll strukturiert.

 

Leichte Sprache

 

Leichte Sprache heißt: So schreiben oder sprechen, dass es alle gut verstehen. Leichte Sprache ist wichtig für Menschen mit Lern- Schwierigkeiten. Menschen mit Lern-Schwierigkeiten: Was heißt das? Viele Menschen sagen: Wir wollen nicht geistig behindert genannt werden. Diese Worte machen uns schlecht. Deshalb schreiben wir immer: Menschen mit Lern-Schwierigkeiten.

 

Quelle:

Links zum Weiterlesen (Auswahl):

  • Mensch zuerst – Netzwerk People First Deutschland e. V.:
  • Netzwerk Leichte Sprache: ; hier gibt es Listen mit Kontaktpersonen, die in leichte Sprache übersetzen.
  • Bundesvereinigung Lebenshilfe: und
  • Ratgeber Leichte Sprache vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales: www.bmas.de/SharedDocs/Downloads/DE/PDF-Publikationen/a752-ratgeber-leichte-sprache-2013-08?__blob=publicationFile

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