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Drug Targeting

Päckchen mit Adressaufkleber

31.05.2017
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Drug Targeting, also die zielgenaue Anreicherung eines Arzneistoffs am Wirkort nach systemischer Gabe, ist für viele Arzneistoffe zwingend notwendig. »Es gibt erste hoffnungsvolle Ansätze«, sagte Professor Dr. Achim Göpferich von der Universität Regensburg. Eine Schlüsselrolle spielen hier Nanoteilchen.

In der Forschung zum Drug Targeting müsse man Geduld haben und viele Rückschläge einstecken können. »Erst 22 Jahre nach der Entdeckung der monoklonalen Antikörper kamen die ersten Präparate auf den Markt«, sagte Göpferich mit Blick auf die Zulassung von Rituximab und Trastuzumab in der Onko­logie. Beide stehen heute auf der Liste der essenziellen Medikamente der Weltgesundheitsorganisation.

 

Eine neuere Entwicklung sind Antikörper-Wirkstoff-Konjugate, die wie Päckchen mit Adressaufkleber funktionieren. Der Antikörper bringt seine Ladung, einen reversibel, manchmal auch über einen Linker gebundenen Arzneistoff, exakt an die Zielzelle und setzt ihn dort frei. Ein erster Vertreter war Gemtuzumab-Ozogamicin zur Behandlung der akuten myeloischen Leukämie, das in den USA bis 2010 im Handel war.

 

Wirkstoff als Fracht

Ein heute etabliertes Konzept besteht darin, Nanomaterialien mit Wirkstoffen zu beladen und an deren Oberfläche Moleküle für die Erkennung der Zielstruktur aufzubringen. Auch mono­klonale Antikörper und Konjugate gehören gemäß ihrer Größe zu den Nanoteilchen und müssen parenteral verabreicht werden. Da Nanos sich aber nur eingeschränkt im Organismus verteilen und biologische Barrieren kaum überwinden, entstehen neue Probleme bei der Biodistribution, berichtete der pharmazeutische Technologe.

 

Nach subkutaner Applikation werden Nanos vorwiegend vom Lymphsystem aufgenommen, wandern in die Lymphknoten und gelangen dann teilweise in den Blutkreislauf. Das lasse an ein lymphatisches Targeting denken, zum Beispiel für die Immunisierung oder die Behandlung von Tumoren oder entzündlichen Erkrankungen, sagte Göpferich.

 

Nach intravenöser Injektion nehmen Nanoteilchen andere Wege. Sie können die Blutbahn fast nur durch Endothelfenster verlassen, die der Referent mit Schleusentoren für Schiffe verglich. Solche 60 bis 120 nm große Lücken im Endothel findet man in unkontrolliert wachsenden neuen Blutgefäßen von Tumoren. Das nutzt man zum Beispiel bei pegyliertem liposomalem Doxorubicin. Trotz einer Bioverfügbarkeit von nur 0,7 Prozent spreche der therapeutische Effekt bei deutlich besserer Verträglichkeit für das Konzept.

 

Potenzial für Niere und Auge

 

Auch in der Niere und Netzhaut des Auges gibt es fenestrierte Endothelien. Interessant sei dies zum Beispiel bei diabetischer Nephropathie und altersbedingter Makula­degeneration (AMD) des Auges. Nanopartikel würden in der Niere nicht filtriert, könnten aber in das Mesangium gelangen und Mesangialzellen beeinflussen, die bei der Ent­stehung der Nephropathie eine große Rolle spielen. Ein zielgerichteter Transport zur Retina könnte die Therapie der AMD bereichern.

 

Um die Neovaskularisation zu bremsen, werden derzeit anti-VEGF-Wirkstoffe – monoklonale Antikörper, Fusionsproteine und Aptamere – direkt in den Augapfel gespritzt. Das ist sehr erfolgreich, hat aber auch Nebeneffekte, da viele Zellen VEGF-Rezeptoren tragen. »Nanopartikel, die über spezielle Rezeptorliganden nur retinale Zellen ansteuern, könnten eine Alternative bieten«, sagte Göpferich. Dass das Konzept funktioniert, konnte er in ersten eigenen Untersuchungen zeigen – allerdings bei gesunden Tieren.

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