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Hausapotheke

Barmer kündigt Vertrag

02.06.2008
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Hausapotheke

Barmer kündigt Vertrag

Von Daniel Rücker

 

Vor rund drei Jahren hat der Deutsche Apothekerverband mit dem Hausärzteverband und der Barmer Ersatzkasse ein Konzept für die bessere Versorgung der Patienten vereinbart. Nachdem das Bundessozialgericht der Vereinbarung den Status der integriertenVersorgung aberkannt hat, muss sie nun auf eine neue Basis gestellt werden.

 

Die Barmer kann und will den Hausarzt- und Hausapothekenvertrag in dieser Form nicht fortsetzen. Das Abkommen wurde zum Jahresende gekündigt. Ausgangspunkt für diese Entwicklung war das Urteil des Bundessozialgerichtes vom 6. Februar dieses Jahres. Das Gericht hatte ein Urteil des Sozialgerichts in Gotha bestätigt, wonach die Zusammenarbeit von Hausärzten und Apothekern nicht die Kriterien der integrierten Versorgung erfüllt. Damit war dem Vertrag die finanzielle Basis entzogen, denn die Barmer darf kein Geld dafür verwenden, das für die Förderung der integrierten Versorgung vorgesehen war. Gegen den Vertrag hatte die Kassenärztliche Vereinigung Thüringen geklagt, die verhindern wollte, dass aus ihrem Honorartopf Geld für den Vertrag abgezweigt wurde.

 

An mangelnder Resonanz ist der Vertrag ganz sicher nicht gescheitert. Bundesweit nahmen 2,3 Millionen Versicherte, 17.500 Apotheker und 38.000 Hausärzte daran teil. Abgesehen von einigen Flecken in Baden-Württemberg, wo der Ärzteverband Medi Stimmung gegen die Vereinbarung machte, wurde das Konzept flächendeckend umgesetzt.

 

Trotz der Kündigung bleibt für die Apotheker alles beim Alten. Die Barmer-Service-Apotheke-Aufkleber können an den Schaufenstern bleiben. Die auffälligsten Änderung betrifft die Versicherten, sie müssen von Juli an wieder die bislang gestrichene Praxisgebühr von 10 Euro im Quartal zahlen. Die Ersparnis der Gebühr war ein Anreiz für viele Versicherte, sich 2005 in das Modell einzuschreiben und für mindestens ein Jahr an einen Hausarzt und eine Hausapotheke zu binden.

 

Unmittelbar nach der Kündigung bekräftigen alle Parteien, die Kooperation unter neuen Bedingungen fortzusetzen. Die Kündigung sei ein »Zwischenschritt auf dem Weg zur Erneuerung dieser Kooperation«, so der DAV in einer Stellungnahme. »Unser gemeinsames Ziel, die Grundlagen für eine bessere Versorgung der Versicherten zu schaffen, behält erste Priorität«, erklärt der Vorsitzende Hermann Stefan Keller (siehe dazu Interview: »Die Zusammenarbeit der drei Partner war sehr erfolgreich«). Barmer, Ärzte und Apotheken seien sich einig gewesen, dass das bisherige Vertragsgerüst an die neuen Bedingungen angepasst werden müsse. Zu einer Fortsetzung gibt es nach Kellers Einschätzung keine Alternative: »Eine weitere Optimierung der pharmazeutischen Betreuung der Versicherten ist uns wichtig.«

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