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Privatversicherer

Unternehmen wollen Kosten bremsen

22.06.2010
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Von Martina Janning, Berlin / Privatversicherte müssen die Zeche für Einsparungen in der Gesetzlichen Krankenversicherung zahlen, urteilen die privaten Versicherungsfirmen. Um ihre Ausgaben zu drosseln und Tarifsteigerungen im Zaum zu halten, wollen sie an den Spargesetzen für die gesetzlich Versicherten partizipieren.

Die privaten Krankenversicherer fordern ein eigenes Arznei-Sparpaket. Der gesetzlich verordnete Zwangsrabatt auf Medikamente, den Hersteller der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) gewähren müssen, sollte demnach auch für private Versicherungsunternehmen gelten. Zudem müssten sie die Möglichkeiten erhalten, mit Pharmafirmen Rabattverträge zu schließen, forderte der Vorsitzende des Verbands der Privaten Krankenversicherung (PKV), Reinhold Schulte, während der Jahrestagung des Verbandes in Berlin. Seinen Angaben zufolge sind die Ausgaben der PKV für Arzneimittel im Jahr 2008 um 8,56 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen, in der GKV waren es 5,18 Prozent.

 

Ministerium will konstruktiv prüfen

 

»Wir wollen eine wirkungsgleiche Übertragung der Regeln auf die private Krankenversicherung. Dafür kämpfen wir im Interesse unserer Versicherten, denn sonst müssten sie durch höhere Preise die Zeche dafür zahlen, dass die Krankenkassen von Zwangsrabatten profitieren«, sagte Schulte. Das Gesundheitsministerium habe eine »konstruktive Prüfung« zugesagt.

 

Eine Regelung für die PKV könnte im Arzneimittelgesetz statt im Sozialgesetzbuch wie bei den Krankenkassen erfolgen, sagte der PKV-Chef. Bislang beträgt der Zwangsrabatt sechs Prozent, vom 1. August an steigt er auf 16 Prozent.

 

Schulte verlangte für die PKV die Erlaubnis für Verhandlungen mit Ärzten, Pharmaunternehmen und anderen Leistungsanbietern – bisher ist dies den Privatversicherern aus kartellrechtlichen Gründen verboten. Nur mit Krankenhäusern darf die PKV Vereinbarungen treffen. Das habe sich bewährt, sagte Schulte: »Mit über 1400 der insgesamt rund 2000 Krankenhäuser haben wir inzwischen funktionierende Verträge über die Wahlleistung Unterkunft – und alle Beteiligten sind zufrieden.«

 

Mit einem allgemeinen Verhandlungsrecht will die PKV »nicht gerechtfertigten Mengenausweitungen« begegnen. Die seien eine Hauptursache dafür, dass die Leistungsausgaben der PKV in den vergangenen zehn Jahren deutlich stärker gestiegen sind als in der GKV. Der Verdacht liege nahe, dass Ärzte und Pharmaindustrie sich bei Privatversicherten holten, was sie bei Kassenpatienten nicht mehr bekommen, sagte der Direktor des PKV-Verbands, Dr. Volker Leienbach.

 

Diesen Eindruck stützt eine aktuelle Studie des Wissenschaftlichen Instituts der privaten Krankenversicherung (WIP), nach der Privatversicherte im Vergleich zu gesetzlich Krankenversicherten wesentlich häufiger Original-Arzneien statt eines günstigeren Nachahmerpräparates erhalten. Die Generikaquote bei den 100 umsatzstärksten patentfreien Wirkstoffen lag im Jahr 2008 bei 51,4 Prozent der Verordnungen, während sie in der gesetzlichen Krankenversicherung fast 90 Prozent betrug. PKV-Vorsitzender Schulte forderte die Regierung auf, wie versprochen die Drei-Jahres-Frist für Arbeitnehmer aufzuheben, die von der GKV in die PKV wechseln wollen. CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe und FDP-Fraktionsvize Ulrike Flach bekannten sich bei der Tagung ausdrücklich zu diesem Ziel. Die PKV sei nach dem Zeitplan der Koalition ab Herbst an der Reihe, sagte Flach.

 

Geschäftsfeld Pflegeversicherung

 

In der kapitalgedeckten ergänzenden Pflegeversicherung, die Union und FDP einführen wollen, sieht die PKV ein Geschäftsfeld für sich. Die private Pflegeversicherung biete »mit ihrer Expertise« ideale Voraussetzungen für den Ausbau der Kapitaldeckung. »Wir bieten schon seit 25 Jahren Pflege-Zusatzversicherungen an«, erklärte Schulte. Deshalb sollte die Koalition die zusätzliche private Pflegeversicherung jemanden machen lassen, »der was davon versteht«.

 

Schulte mahnte die Regierung, »in die Puschen« zu kommen. Bei keinem der großen Versprechen (Einführen einer kapitalgedeckten Pflege-Zusatzversicherung, Abschaffen der Drei-Jahres-Frist vor dem Wechsel in die PKV, Abgrenzung zur GKV bei Wahl- und Zusatztarifen) habe sich bislang etwas getan.

 

Zum PKV-Verband gehören 46 Unternehmen. Rund 8,8 Millionen Deutsche sind komplett privat krankenversichert, außerdem gibt es fast 22 Millionen Zusatzversicherungen.

 

Nach Prognosen der Analysefirma Morgen & Morgen werden die Beiträge zur PKV im Jahr 2010 durchschnittlich um sechs Prozent steigen. PKV-Direktor Leienbach wollte dies bei der Tagung in Berlin nicht bestätigen. /

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