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Keine Erfindung

18.07.2017
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Kinder mit Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) sind eine Herausforderung für das Nervenkostüm ihrer Umgebung. Die einen können nicht still sitzen, schmeißen ständig irgendetwas herunter und hören nicht zu, wenn man mit ihnen redet. Die anderen sind verträumt bis weggetreten, hängen ihren Gedanken nach und bekommen nicht mit, was um sie herum geschieht. Mit Zappelphilipp und Hans Guck-in-die-Luft ­beschrieb der Frankfurter Arzt und Psychiater Heinrich Hoffmann bereits 1844 in seinem »Struwwelpeter« diese beiden Ausprägungen der ADHS.

 

Anders als im 19. Jahrhundert weiß man heute, dass die ADHS weder eine Charakterschwäche der Kinder noch ein Erziehungsversagen der ­Eltern darstellt, sondern ein neurobiologisches Störungsbild, das auf Dysfunk­tionen in wichtigen Regelkreisen im Gehirn basiert. Weil damit Funktionsstörungen vor allem im dopaminergen System einhergehen, kann man auch medikamentös eingreifen, und zwar in erster Linie mit Stimulan­zien wie Methylphenidat oder Amphetamin(-Derivaten). Die Pharmakotherapie kann nicht nur die Verhaltensauffälligkeiten positiv beeinflussen, sondern sie senkt langfristig auch das bei ADHS-Patienten erhöhte Risiko für Alkohol- und Drogenmissbrauch (lesen Sie dazu auch ADHS: Medikation senkt Missbrauchsrisiko).

 

Medikamente sollen bei ADHS nur dann eingesetzt werden, wenn die Symptomatik es erfordert, und nie allein, sondern immer in Kombination mit Verhaltenstherapie und Elterntraining. Das ist selbstverständlich sinnvoll, obwohl die Evidenz für die Wirksamkeit von nicht medikamentösen Verfahren laut einem Übersichtsartikel im »Deutschen Ärzteblatt« unzureichend ist. Medikamente sind demnach dagegen in der Regel wirksam – ein weiteres Argument für die viel gescholtene Pharmakotherapie.

 

Man mag darüber diskutieren, ob die in den letzten Jahren beobachtete Zunahme der ADHS-Diagnosen Ausdruck eines tatsächlichen Anstiegs, eines gewachsenen Bewusstseins oder in manchen Fällen auch einer Überdiagnose ist. Unstrittig ist: ADHS ist keine Erfindung der Pharma­industrie. Wer sie hat, profitiert von einer gezielten Therapie. Das gilt auch für Erwachsene mit ADHS, die momentan noch häufiger unterversorgt sind als Kinder und Jugendliche. An der dringend erforderlichen Imageaufwertung der Pharmakotherapie sollten auch wir Apotheker uns beteiligen. Wir können so dazu beitragen, dass es ADHS-Patienten heute besser ergeht als seinerzeit dem Zappelphilipp und Hans Guck-in-die-Luft.

Annette Mende

Redakteurin Pharmazie

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