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Hyperhidrose

Nicht nur bei Hitze schweißgebadet

13.08.2013
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Von Verena Arzbach / Vermehrtes Schwitzen ist gerade im Hochsommer lästig, aber ein lebenswichtiger Vorgang, um den Körper zu kühlen. Produzieren die Schweißdrüsen jedoch ständig zu viel Schweiß, wird dies für Betroffene zur Qual.

Dass der Körper schwitzt, ist wichtig, denn so reguliert er seine Temperatur. Die Schweißdrüsen bilden ein wäss­riges Sekret, wenn die Ist-Temperatur über die Soll-Temperatur des Körpers von etwa 37 Grad ansteigt. Der Schweiß gelangt auf die Haut, verdunstet und kühlt so den Körper. Zusätzlich weiten sich Blutgefäße in der Haut und geben Wärme ab. An durchschnittlichen Tagen verliert der Mensch auf diesem Weg etwa 0,5 bis 0,7 Liter Flüssigkeit, an heißen Sommertagen können es 2 bis 3 Liter sein. Schwitzige Hände bei Aufregung oder Angst haben hingegen nichts mit der Thermoregulation zu tun. Bei der emotionalen Schweißbildung regen Gefühle wie Angst oder Aufregung, Stress oder Schmerzen die Aktivität der Schweißdrüsen an, vor allem im Gesicht, unter den Achseln, an Handflächen und Fußsohlen.

Jeder Mensch besitzt etwa 2 Millionen Schweißdrüsen, die meisten gehören zum ekkrinen Typ. Diese sind hauptsächlich für die Regulation der Körpertemperatur verantwortlich. Die Drüsen sind durchschnittlich 0,4 Millimeter groß und ungleichmäßig auf der gesamten Körperoberfläche verteilt. Am höchsten ist ihre Dichte auf Handflächen, Fuß­sohlen, Achselhöhlen und der Stirn. Das sympathische Nervensystem aktiviert die Schweißdrüsen durch Freisetzung von Acetylcholin, das über Muskarin­rezeptoren die Schweißsekretion auslöst.

 

Individueller Körpergeruch

 

Neben den ekkrinen Drüsen finden sich apokrine Schweißdrüsen in den Achselhöhlen und der Genitalregion. Diese sind mit bis zu 5 Millimeter Durchmesser deutlich größer. Ab der Pubertät produzieren die Drüsen den körper­eigenen Geruch eines Menschen: Unter Hormonsteuerung sezernieren sie ein visköses, zunächst geruchloses Sekret. Der individuelle Körpergeruch entsteht, wenn Bakterien auf der Hautoberfläche den Schweiß zersetzen.

 

Bei hohen Temperaturen, insbesondere bei hoher Luftfeuchtigkeit, fließt der Schweiß in Strömen von der Haut ab. Die gesteigerte Schweißproduktion bedeutet aber nicht unbedingt, dass der Körper besser abkühlt, denn ein großer Teil des Schweißes verdunstet nicht auf der Haut, sondern tropft sofort ab. Um einem Hitzestau vorzubeugen, ist an heißen Sommertagen lockere und luftdurchlässige Kleidung aus Baumwolle, Leinen oder Seide zu bevorzugen. Wer viel schwitzt, sollte auf schweißtreibende Speisen und Getränke, zum Beispiel heiße, scharf gewürzte Gerichte oder Alkohol verzichten. Auch Nicotin und Coffein verstärken die Schweißbildung.

 

Und nicht zuletzt: Erwachsene sollten täglich mindestens 2 bis 3 Liter Mineralwasser zu sich nehmen. Gerade Senioren vergessen oft zu trinken, da das Durstgefühl im Alter nachlässt. Wird die verlorene Flüssigkeit nicht ausreichend ersetzt, kommt es zu einer Dehydrierung mit Kopfschmerzen, Müdigkeit, Konzentrationsmangel und Reaktionsschwäche.

 

Die Ursachen für starkes, übermäßiges Schwitzen können vielfältig sein. Krankheiten wie Diabetes mellitus, Hyperthyreose, Morbus Parkinson oder Infektions- und Tumorerkrankungen können die Ursache einer gesteigerten Schweißproduktion sein. Auch Frauen in den Wechseljahren leiden häufig unter plötzlichen Schweißausbrüchen, ebenso Übergewichtige. Bestimmte Arzneimittel wie Venlafaxin, Duloxetin, Opioide oder Parasympathomimetika kurbeln ebenfalls die Schweißproduk­tion an. Werden die zugrunde liegenden Ursachen behandelt beziehungsweise die Medikamente abgesetzt, verschwindet das lästige Schwitzen gewöhnlich wieder von selbst.

 

Für etwa 1 bis 2 Prozent der Bevölkerung ist übermäßiges Schwitzen ohne erkennbare Ursache jedoch der Normalzustand: Sie leiden unter einer Hyperhidrose. Die Schweißausbrüche können am gesamten Körper auftreten (generalisierte Hyperhidrose) oder einzelne Körperteile betreffen (fokale Hyperhidrose). Wie genau das übermäßige Schwitzen entsteht, ist nicht geklärt. Bei den Betroffenen treten die Schweißausbrüche meist anfallsartig bei der kleinsten physischen oder psychischen Belastung auf.

Schwitzen als Therapie?

Saunagängen werden zahlreiche positive Wirkungen nachgesagt, vor allem sollen sie das Immunsystem trainieren. Ob regelmäßiges Schwitzen gefolgt von raschem Abkühlen tatsächlich Erkältungen vorbeugen kann, ist wissenschaftlich jedoch kaum belegt. In einer Übersichtsarbeit werteten finnische Forscher im »International Journal of Circumpolar Health« (65(3):195-205) im Jahr 2006 einzelne kleine Studien zu Saunabädern bei verschiedenen Krankheitsbildern aus. Darunter befand sich nur eine Studie zu Saunabesuchen und der Inzidenz von Erkältungen aus dem Jahr 1990. Diese zeigte zwar, dass Personen, die regelmäßig eine Sauna nutzten, signifikant seltener unter Erkältungskrankheiten litten als solche, die niemals eine Sauna besuchten. Allerdings waren die untersuchten Gruppen mit jeweils 25 Personen sehr klein. Immerhin fanden die Forscher keine gravierenden Risiken: Laut der Studie hatten regelmäßige Saunabäder keine negativen Auswirkungen auf Patienten mit gut kontrollierter Hypertonie, koronarer Herzerkrankung oder Herzinsuffizienz. Auch während einer unkomplizierten Schwangerschaft gefährde Saunabaden weder Mutter noch Kind, schreiben die Autoren.

Psychische Belastung

 

Denn nicht zuletzt ist das übermäßige Schwitzen auch ein psychisches Problem mit erheblichem Leidensdruck. Die Betroffenen schämen sich für Schwitzflecken an Hemd oder Bluse sowie nasskalte Hände. Häufig folgt ein Teufelskreis: Aufgrund ständiger Angst, in unpassenden Situationen in Schweiß auszubrechen, verkrampfen die Patienten und schwitzen daher erst recht. Viele ziehen sich deshalb weitestgehend aus ihrem sozialen Umfeld zurück. In diesen Fällen ist eine Psychotherapie sinnvoll, ergänzend können Entspannungstechniken wie autogenes Training oder progressive Muskelentspannung nach Jacobsen helfen.

 

Eine fokale Hyperhidrose spricht meist gut auf eine topische Behandlung mit Aluminiumsalzen an. Aluminium­chlorid ist in vielen frei verkäuflichen Antiperspiranzien enthalten, meist in niedrigen Konzentrationen von 1 bis 2 Prozent. Arzneimittel gegen Hyper­hidrose, beispielsweise die NRF-Rezeptur 11.132., haben mit 15 bis 25 Prozent einen höheren Anteil Aluminium­chlorid. Patienten sollten das betroffene Areal zu Beginn alle zwei bis drei Tage vor dem Zubettgehen behandeln. Abends ist die Aktivität des Sympathikus gering und die Zubereitung wird nicht gleich wieder vom Schweiß weggeschwemmt. Die Salze bilden mit Eiweißen und nekrotischen Zellen einen Pfropf, der die Ausführungsgänge der Schweißdrüsen verschließt.

 

Effektiv auf Handflächen und Fuß­sohlen wirkt die Leitungswasser-Iontophorese, bei der im Wasserbad Ströme durch die Haut geleitet werden. Eine weitere Therapiemöglichkeit ist die intra­dermale Injektion von Botulinumtoxin, das die Freisetzung von Acetylcholin aus den Synapsen an den Schweißdrüsen hemmt. Als letzte Maßnahme können die Drüsen chirurgisch entfernt oder der Sympathikus durchtrennt werden. Mittel der Wahl bei der Therapie einer generalisierten Hyperhidrose sind Anti­cholinergika wie Bornaprin oder Methantheliniumbromid. Bei leichten Formen kann eine Therapie mit Salbeitee oder -extrakt (zum Beispiel in Sweatosan®) versucht werden. /

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