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Lärmforschung

Dauergedröhne belastet das Herz

09.09.2015
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Von Brigitte M. Gensthaler, München / Lärm ist nicht nur nervig, sondern kann auch krank machen. Herz-Kreislauf- Erkrankungen, Infarkt und Bluthochdruck können die Folge von Dauerbeschallung sein. Für ältere Menschen, Kinder und Kranke ist Lärm besonders belastend.

Verkehrslärm gilt als zweitgefährlichstes umweltbedingtes Gesundheitsrisiko nach Luftschadstoffen, und jeder fünfte Europäer ist nachts regelmäßig einer gesundheitsgefährdenden Lärmbelastung ausgesetzt. Dies berichtete Ute Kraus vom Helmholtz-Zentrum München bei einer vom Pharmaunternehmen Heel unterstützten Pressekonferenz in München. Epidemiologische Untersuchungen hätten Zusammenhänge gezeigt zwischen chronischer Lärmexposition und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Hörverlust, verminderten kognitiven Leistungen, Schlafstörungen und psychischen Erkrankungen. Neuerdings gebe es auch Hinweise auf ein erhöhtes Diabetes-Risiko, sagte die Epidemiologin.

Die Augsburger Umweltstudie habe schon vor einigen Jahren gezeigt, dass bei einem Anstieg der Lärmlevel über 65 Dezibel (A-Bewertung, dB(A)) die Herzfrequenz sofort steigt und die Herzratenvariabilität abnimmt. Letztere beschreibt die Fähigkeit des Herz-Kreislauf-Systems, die Herzfrequenz spontan an aktuelle Erfordernisse anzupassen und wird über das autonome Nervensystem geregelt. Beide Effekte deuten laut Kraus auf eine Stressreaktion hin, die über das sympathische Nervensystem vermittelt wird. Aber auch Lärmpegel unter 65 dB(A) lösten Effekte am Herzen aus, die vermutlich eher auf einer Abnahme der parasympathischen Aktivität beruhen.

 

»Fluglärm ist ein neuer Herz-Kreislauf-Risikofaktor«, unterstrich Professor Dr. Thomas Münzel von der Uniklinik Mainz. Er erhöhe nachweislich die Rate an Bluthochdruck, Herzinfarkten und Schlaganfällen. Fluglärm nerve viele Menschen noch mehr als Autogebrumm oder Schienengeratter, sagte der Experte. Wer sich darüber kräftig ärgert, verschärft sein Gesundheitsrisiko weiter. In einer Untersuchung zum Nachtlärm habe sich aber gezeigt, dass beim Überflug eines Flugzeugs der Blutdruck des Schläfers steigt, auch wenn dieser nicht aufwacht.

 

Gefäßsystem ist gestört

 

In einer Studie zur Lärmwirkungsforschung in Mainz konnte eine Endotheldysfunktion als mögliche Ursache der Herz-Kreislauf-Risiken identifiziert werden. Die Simulation von 30 bis 60 Überflügen pro Nacht führte bei gesunden Probanden zu einer endothelialen Dysfunktion, gemessen an der verringerten NO-Freisetzung und erhöhten Radikalbildung, zu grenzwertigem Blutdruckanstieg und Schlafstörungen, berichtete Münzel. Bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit waren die Effekte noch deutlicher. Die Dysfunktion war messbar, auch wenn der Proband sich nicht über den Lärm ärgerte.

 

»Externe Lärmquellen wie Fluglärm beeinflussen uns, auch wenn wir sie nicht bewusst wahrnehmen«, resümierte Münzel. Da weder Ärzte noch Patienten den Risikofaktor Fluglärm beeinflussen können, müssten Politiker Lärmgesetze schaffen, die die Anwohner und nicht die Betreiber von Flughäfen schützen, forderte er. /

App misst Lärmpegel

Schon Geräusche ab 65 dB(A) – etwa ein Motorrasenmäher – setzen den Körper unter Stress. Im Stadtverkehr entstehen Lautstärken von 65 bis 85 dB(A), Presslufthammer sind bis zu 110 db(A) laut und ein startendes Flugzeug etwa 130 db(A). Die Schmerzschwelle mit potenzieller Gehörschädigung auch bei kurzzeitiger Einwirkung liegt bei 120 db(A). Ab 80 oder 85 dB(A) ist am Arbeitsplatz ein Gehörschutz gesetzlich vorgesehen.Um die eigene Lärmbelastung besser einschätzen zu können, hat der Deutsche Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte () eine kostenlose »Lärm­App« herausgegeben. Damit kann man die momentane Lärmbelastung in seiner Umgebung messen und anhand einer Lärmtabelle einordnen.

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