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ACE-Hemmer

Hochdruckliga warnt vor Krebsangst

Nachdem kürzlich eine Studie im »British Medical Journal« ein leicht erhöhtes Lungenkrebsrisiko bei Langzeiteinnahme von ACE-Hemmern gezeigt hat, rät die Deutsche Hochdruckliga zur Besonnenheit. Die Aussagekraft der Studie sei begrenzt. Patienten sollten keinesfalls ohne Rücksprache mit dem Arzt ihr Blutdruckmedikament absetzen.
Annette Mende
02.11.2018
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Die Studie aus Großbritannien hatte ergeben, dass Patienten, die über mindestens fünf Jahre ACE-Hemmer einnehmen, ein mit den Jahren steigendes leicht erhöhtes Lungenkrebsrisiko haben. Es handelte sich dabei allerdings, wie die Hochdruckliga betont, um eine Beobachtungsstudie, »die lediglich Assoziationen aufzeigen kann, aber nicht beweist, dass ein tatsächlicher Ursache-Wirkungs-Zusammenhang vorliegt.« Dafür wäre eine prospektive randomisierte Studie notwendig, bei der mögliche Störeinflüsse vorab ausgeschlossen werden.

 Lungenkrebs sei eine Erkrankung, deren Entstehung durch verschiedene Faktoren begünstigt werden kann, so die Hochdruckliga in einer Mitteilung. Risikofaktoren seien neben der genetischen Disposition vor allem das Rauchen, aber auch Luftschadstoffe, eine Belastung mit krebserregenden Substanzen wie Asbest, Arsen, Chrom oder Nickel, Übergewicht und Alkoholkonsum. Diese Risikofaktoren seien in der Studie nicht einheitlich auf die Gruppen verteilt gewesen. So sei etwa der Anteil adipöser Menschen und solcher mit Alkoholproblemen in der ACE-Hemmer-Gruppe höher gewesen (32,3 versus 19,9 Prozent beziehungsweise 8,7 versus 6,8 Prozent), der Anteil an Nie-Rauchern aber geringer (47,9 versus 49,1 Prozent). Zudem seien die mit ACE-Hemmern behandelten Patienten durchschnittlich älter gewesen als die Vergleichsgruppe, das mittlere Alter habe 57,8 versus 54,9 Jahre betragen.

Diese und weitere Faktoren schränken die Aussagekraft der Studie aus Sicht der Hochdruckliga ein. »Die Beweiskraft der vorliegenden Studie ist somit eher gering und die Studienautoren selbst haben weitere Untersuchungen gefordert«, sagt Professor Dr. Bernhard Krämer, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Hochdruckliga. »Wir hoffen, dass das Ergebnis nicht dazu führt, dass Patienten aus Sorge vor Krebs ohne Absprache mit ihrem Hausarzt die Blutdruckmedikation abbrechen.« ACE-Hemmer hätten in großen, randomisierten, kontrollierten Studien bei Bluthochdruck und bei Herzinsuffizienz eine deutliche Verminderung der Sterblichkeit aufgrund von Herz-Kreislauferkrankungen und der Gesamtsterblichkeit ermöglicht.

Foto: Fotolia/Alexander Raths

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